Das Rembrandt-Licht – Licht mit Charakter
Das Rembrandt-Licht gehört zu den bekanntesten und wirkungsvollsten Lichtsetups in der Portraitfotografie. Benannt wurde diese besondere Lichtstimmung nach dem niederländischen Maler Rembrandt Harmenszoon van Rijn (*15. Juli 1606, †4. Oktober 1669), dessen Werke bis heute für ihre außergewöhnliche Lichtführung und ihre starken Kontraste berühmt sind.
Rembrandt creator QS:P170,Q5598, Rembrandt Self-portrait (Kenwood), als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Rembrandt verstand es meisterhaft, Licht und Schatten so einzusetzen, dass seine Porträts Tiefe, Atmosphäre und eine fast greifbare Stimmung bekamen. Typisch für das sogenannte Rembrandt-Licht ist das kleine Lichtdreieck auf der schattigen Gesichtshälfte unterhalb des Auges. Genau dieses Lichtdreieck macht den Look bis heute unverwechselbar – nicht nur in der Malerei, sondern auch in der modernen Portraitfotografie.
Besonders spannend ist dabei das Zusammenspiel aus Licht und Dunkelheit. Große Teile des Gesichts liegen im Schatten, während gezielte Lichtakzente den Blick des Betrachters lenken. Genau diese starke, beinahe dramatische Wirkung macht das Rembrandt-Licht auch heute noch so beliebt.
Und genau deshalb passt diese Lichtstimmung perfekt zu ausdrucksstarken Portraits mit Charakter und Atmosphäre.
Beispiel für ein Lichtdreieck von Rembrandt unter Verwendung von Blitzlicht in einem Fotostudio
Wenn Du Dir klassische Gemälde von Rembrandt anschaust, erkennst Du dieses Lichtdreieck sofort. Während eine Gesichtshälfte beinahe vollständig im Schatten verschwindet, bleibt unter dem Auge ein kleiner Lichtfleck sichtbar. Genau dieses Detail sorgt für die besondere Tiefe und Wirkung.
Auch in der Fotografie funktioniert dieses Prinzip bis heute hervorragend. Besonders bei emotionalen Portraits oder LowKey-Aufnahmen erzeugt das Rembrandt-Licht eine intensive und gleichzeitig sehr natürliche Stimmung.
Für mein eigenes Beispiel habe ich die Kontraste bewusst etwas kräftiger gestaltet. Starke Schatten, gezieltes Licht und natürlich das typische Dreieck auf der Wange – vielleicht hätte selbst der alte Meister seine Freude daran gehabt. 🙂
Mehr über Rembrandt und seine Werke findest Du beispielsweise auf Wikipedia.
Das einfache Lichtsetup
Das Schöne am Rembrandt-Licht: Du brauchst dafür kein kompliziertes Studio-Setup. Bereits mit einer einzigen Lichtquelle kannst Du starke und atmosphärische Portraits fotografieren.
Für den Einstieg eignen sich beispielsweise ein Beauty Dish mit etwa 50–60 cm Durchmesser oder eine Octobox. Die Lichtquelle wird leicht seitlich vor dem Model positioniert und etwas erhöht ausgerichtet. Das Licht fällt also schräg von oben auf das Gesicht und erzeugt dadurch den typischen Nasenschatten.
Lichtsetup zum Rembrandt Licht
Genau dieser Schatten sorgt später für das berühmte Lichtdreieck auf der schattigen Gesichtshälfte. Dabei ist weniger die Körperhaltung entscheidend, sondern vielmehr die exakte Position und Drehung des Kopfes. Schon kleine Veränderungen können darüber entscheiden, ob das Lichtdreieck perfekt sichtbar wird oder komplett verschwindet.
Deshalb ist Kommunikation mit Deinem Model hier besonders wichtig. Du musst gemeinsam die richtige Kopfhaltung finden, bis Licht und Schatten perfekt zusammenspielen.
Für meine Portraits nutze ich bei solchen Close-ups sehr gern ein 70–200 mm Objektiv mit längerer Brennweite. Auch eine Blende um f/8 funktioniert hervorragend. Natürlich kannst Du hier ganz nach Deinem eigenen Stil variieren.
Die Position von Kamera und Lichtquelle wird in den folgenden 3D-Ansichten noch einmal deutlich sichtbar.
Und genau so kann ein Portrait mit nur einer einzigen Lichtquelle aussehen.
Snap-Shot aus dem Lichtsetup für ein Rembrandt Licht
Das obige Bild ist übrigens ein Snapshot aus set.a.light 3D V2.0, mit dem ich dieses Lichtsetup erstellt habe. Die passende Setupdatei kannst Du hier herunterladen: Das-Rembrandt-Licht-1.set
Zusammen mit der Software von set.a.light kannst Du Dir das komplette Lichtsetup in 3D anschauen, verändern oder erweitern. Gerade zum Lernen und Experimentieren ist das unglaublich hilfreich.
Oft wirkt ein Rembrandt-Portrait besonders stark, wenn Du von der schattigen Seite fotografierst. Aber genau das ist keine feste Regel. Probiere verschiedene Perspektiven aus und entwickle Deinen eigenen Stil.
Und weil Licht immer auch Spielraum für Kreativität bietet, zeige ich Dir jetzt noch ein zweites, etwas aufwendigeres Lichtsetup.
Erweitertes Lichtsetup
Für dieses erweiterte Setup brauchst Du zwei Striplights sowie einen Standardreflektor mit Wabe. Der Hintergrund sollte möglichst dunkel bis schwarz sein, damit die Lichtwirkung optimal zur Geltung kommt.
Erweitertes Lichtsetup zum Rembrandt Licht
Auch hier spielen Kamera, Objektiv oder Blende nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist allein die Lichtführung.
Das rechte Striplight dient als Hauptlicht und sorgt für die Beleuchtung von Gesicht und Körper. Das linke Striplight wird deutlich schwächer eingesetzt und funktioniert als Aufhelllicht – besonders für Haare und Konturen.
Durch diese Kombination entsteht ein deutlich plastischerer und dramatischerer Look als beim einfachen Setup mit nur einer Lichtquelle.
Snap-Shot aus dem erweitertem Lichtsetup für ein Rembrandt Licht
Auch bei diesem Aufbau ist das Zusammenspiel mit Deinem Model enorm wichtig. Neben der Pose muss vor allem die Kopfhaltung exakt passen, damit das Licht über den Nasenschatten sauber auf die Wange fällt und das Lichtdreieck sichtbar bleibt.
Das Model selbst kann diesen Effekt meist kaum beurteilen. Deshalb musst Du hier aktiv anleiten und gemeinsam die perfekte Position finden.
Natürlich habe ich auch für dieses Lichtsetup wieder passende 3D-Ansichten vorbereitet.
Auch für dieses Setup kannst Du die Datei für set.a.light 3D V2.0 herunterladen: Das-Rembrandt-Licht-2.set
Ich wünsche Dir jetzt viel Spaß beim Experimentieren mit Licht, Schatten und dem berühmten Lichtdreieck von Rembrandt.











