Sound of Seduction I – Wenn Sinnlichkeit auf Vergänglichkeit trifft

Sound of Seduction I – Originalfotografie von Model Josephin mit Kontrabass in einem Lost Place und warme Painterly-Interpretation im Bildvergleich

Ein verlassener Raum, ein Kontrabass und eine ungewöhnliche Bildidee. „Sound of Seduction I“ entstand bei einem kreativen Lost-Place-Shooting mit meiner damaligen Fototruppe Lichtfänger und Model Josephin. Die Geschichte hinter der Fotografie und ihrer späteren Verwandlung in eine ausdrucksstarke Painterly-Interpretation.

9. Oktober 2026

Manche Orte erzählen ihre eigenen Geschichten. Verlassene Gebäude, Räume voller Spuren vergangener Zeiten und eine Atmosphäre, die sich kaum künstlich erschaffen lässt. Für Fotografen sind solche Orte oft eine besondere Inspiration.

"Sound of Seduction I" entstand an einem dieser Lost Places. Gemeinsam mit meiner damaligen privaten Fototruppe, den "Lichtfängern", und unserem Model Josephin waren wir auf der Suche nach ungewöhnlichen Motiven, spannenden Lichtverhältnissen und neuen fotografischen Ideen.

Unterwegs mit den Lichtfängern

Unsere gemeinsamen Shootings hatten einen besonderen Charakter. Natürlich wollten wir interessante Fotografien machen, doch mindestens ebenso wichtig war uns der Spaß am kreativen Arbeiten.

Wir probierten Dinge aus, entwickelten Bildideen und beschäftigten uns mit ungewöhnlichen Belichtungstechniken. Manchmal stand ein bestimmtes Motiv im Mittelpunkt, manchmal eine besondere Art der Lichtführung. Entscheidend war, dass wir etwas ausprobieren wollten, das über gewöhnliche Aufnahmen hinausging.

Der Lost Place, den wir für dieses Shooting aufgesucht hatten, bot dafür ideale Voraussetzungen. Ein Raum war interessanter als der andere, überall fanden sich spannende Hintergründe, Strukturen und Möglichkeiten für neue Bildkompositionen.

Zwischen Verfall und Eleganz

Für die Serie "Sound of Seduction" entschieden wir uns für eine Bildidee, die auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen mag: ein Model, ein Kontrabass und die raue Kulisse eines verlassenen Gebäudes.

Die sinnliche Ausstrahlung von Josephin sollte dabei im Mittelpunkt stehen. Nicht plakativ oder aufdringlich, sondern zurückhaltend, künstlerisch und dennoch einprägsam.

Der Kontrabass wurde zum zentralen Gestaltungselement. Seine geschwungene Form, das warme Holz und seine imposante Größe bildeten einen reizvollen Gegenpol zur eleganten Silhouette des Models.

Dahinter öffnete sich ein Raum, dessen beschädigte Fenster, Graffiti und Spuren des Verfalls eine ganz eigene Atmosphäre erzeugten.

Gerade diese Gegensätze machten für mich den Reiz der Serie aus: Sinnlichkeit und Vergänglichkeit, Eleganz und Verfall, weiche Formen vor einer rauen Kulisse.

Available Light oder Blitzlicht?

Während dieses Shootings arbeiteten wir sowohl mit vorhandenem Licht als auch mit Blitzlicht. Welche der beiden Varianten bei den Aufnahmen von "Sound of Seduction" tatsächlich zum Einsatz kam, kann ich heute allerdings nicht mehr mit Sicherheit sagen.

Auch ein Blick in die ursprünglichen RAW-Dateien liefert keine eindeutige Antwort. Die Belichtungsparameter lassen beide Möglichkeiten zu.

Hinzu kommt, dass wir unsere Blitze damals ganz klassisch einsetzten – ohne TTL-Steuerung oder vergleichbare Automatiken. Fotografieren nach alter Schule, könnte man sagen.

Aber vielleicht ist diese technische Ungewissheit auch gar nicht so entscheidend. Denn was von diesem Shooting geblieben ist, sind nicht die Einstellungen an der Kamera, sondern die Bilder und die Erinnerungen an einen ausgesprochen kreativen Tag.

Eine Fotografie, zwei ursprüngliche Bildwelten

Die Fotografie habe ich ursprünglich in zwei Versionen veröffentlicht: als farbige Aufnahme und als monochrome Interpretation.

Beide Varianten besitzen ihren eigenen Charakter. Während die monochrome Fassung Formen, Kontraste und die grafische Wirkung der Szene betont, lässt die Farbversion die warmen Töne des Raumes und das Holz des Kontrabasses stärker zur Geltung kommen.

Für die spätere Painterly-Interpretation fiel meine Wahl deshalb bewusst auf die Farbversion. Sie bot die Grundlage für eine malerische Umsetzung, in der Licht, Farben und die besondere Atmosphäre des Ortes eine noch größere Rolle spielen konnten.

„Sound of Seduction I“ | Josephin by Frank Eckgold
„Sound of Seduction I“ | Josephin by Frank Eckgold

Wenn Verfall zu Malerei wird

Bei der Painterly-Interpretation von "Sound of Seduction I" wollte ich die besondere Atmosphäre des ursprünglichen Motivs bewahren und gleichzeitig seine malerischen Möglichkeiten stärker hervorheben.

Die Farbversion der Fotografie bot dafür eine ideale Grundlage. Die warmen Braun- und Ockertöne der Wände, das dunkle Holz des Kontrabasses und das helle Licht der Fenster bildeten bereits im Original eine harmonische, beinahe malerische Farbwelt.

In der künstlerischen Interpretation treten diese Eigenschaften noch deutlicher hervor.

Zwischen Impressionismus und Postimpressionismus

Stilistisch orientiert sich die Interpretation an einer expressiven Form des Postimpressionismus, ergänzt durch impressionistische Einflüsse.

Die Konturen werden weicher, Oberflächen lösen sich teilweise in malerische Strukturen auf und die Farben erhalten eine stärkere Eigenständigkeit.

Besonders deutlich zeigt sich das an den Wänden, den Fenstern und dem Boden des verlassenen Raumes. Wo die Fotografie noch einzelne Beschädigungen, Graffiti und verstreute Gegenstände erkennen lässt, entsteht in der Painterly-Version eine zusammenhängende Komposition aus Farben, Licht und Texturen.

Der Kontrabass bleibt dabei ein wichtiger visueller Anker. Seine geschwungene Form und die warmen Holztöne verbinden das Model mit der malerisch interpretierten Umgebung.

So entwickelt sich aus der ursprünglichen Lost-Place-Fotografie eine Bildwelt, die weniger dokumentarisch und stärker atmosphärisch wirkt.

Die Sinnlichkeit des Augenblicks

Trotz der deutlich veränderten Bildsprache bleibt der eigentliche Gedanke hinter "Sound of Seduction I" erhalten.

Die sinnliche Ausstrahlung des Models, die Verbindung zum Instrument und der reizvolle Gegensatz zur verlassenen Umgebung bestimmen weiterhin die Wirkung des Bildes.

Für mich liegt darin eine der besonderen Möglichkeiten meiner Painterly-Arbeiten: Eine Fotografie muss ihre ursprüngliche Aussage nicht verlieren, um eine neue künstlerische Ausdrucksform zu erhalten.

Manchmal genügt es, bestimmte Eigenschaften stärker hervorzuheben und andere bewusst zurücktreten zu lassen.

Aus einem fotografischen Moment entsteht so eine neue Interpretation, die ihre eigene Atmosphäre entwickelt und dennoch eng mit dem Original verbunden bleibt.

Ein Bild, das Erinnerungen bewahrt

Wenn ich heute "Sound of Seduction I" betrachte, sehe ich nicht nur ein Model mit einem Kontrabass in einem verlassenen Raum.

Ich erinnere mich auch an die gemeinsamen Shootings mit den Lichtfängern. An die Freude am Experimentieren, an ungewöhnliche Orte und an die vielen Ideen, die wir gemeinsam verwirklicht haben.

Genau solche Erinnerungen machen Fotografien für mich besonders wertvoll.

Die Painterly-Interpretation fügt dieser Geschichte eine weitere Ebene hinzu. Sie verwandelt die ursprüngliche Szene in eine malerische Bildwelt, ohne ihren fotografischen Ursprung oder die Erinnerungen an ihre Entstehung zu verdrängen.

Und damit ist "Sound of Seduction I" ein weiteres Beispiel dafür, worum es bei Behind the Art geht: um die Geschichten, Gedanken und Erlebnisse, die hinter meinen Bildern stehen – und um die Möglichkeiten, diese Bilder künstlerisch weiterzudenken.

"Sound of Seduction I" als Wall Art entdecken

Die Painterly-Interpretation von "Sound of Seduction I" ist auch als Wall Art erhältlich. Wer die besondere Verbindung von Sinnlichkeit, Musik und der rauen Atmosphäre eines verlassenen Ortes in ihrer malerischen Form entdecken möchte, findet das Kunstwerk in meinem PICTRS Art Shop.

Weitere Geschichten über die Entstehung meiner Fotografien und ihre künstlerischen Interpretationen findest du in meinem Projekt Behind the Art.

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